Die Kunst des Seins (The Art of Being)

Wir alle sind. Wir existieren. Sonst würden wir z.B. nicht diesen Text lesen. Was also ist das für eine Kunst, die Kunst des Seins? Was gibt es da zu können?
Einfach da sein. Das ist eine große Kunst, gerade weil es so einfach ist und wir es verlernt haben, einfach zu sein. Unsere Kultur ist auf Tun gepolt, auf Machen, auf Action. Begriffe wie „Existenzgründer“ oder Existenzberechtigung“ verweisen uns darauf, dass es ganz und gar nicht selbstverständlich ist, dass wir einfach da sein können. Wir glauben uns erst beweisen und behaupten zu müssen, um uns dann entspannt zurück zu lehnen und einfach zu sein. Bei vielen Menschen tritt dieser Moment allerdings kaum mehr ein. Sie sind in ihrem Hamsterrad verloren und haben noch nicht einmal mehr die Muße, dies zu bemerken.

Die Kunst des Seins wieder zu erlernen – oder besser: zu erinnern – ist Balsam für unseren Körper und unsere Seele. Es geht dabei nicht darum, nichts mehr zu tun. Es geht um eine Basis für unser Tun: Sein. Insoweit wir das Gewahrsein des Seins verloren haben, ist unser Tun davon geprägt, das, was ist, festzuhalten, zu vermeiden oder zu verändern und das, was nicht ist, herbei zu führen oder zu verhindern, je nach unseren individuellen Vorlieben. Was wir meistens nicht können ist, uns dem Fluss des Lebens anzuvertrauen.

Manche halten „einfach sein“ für einen Zustand, für etwas eher Statisches. Dabei ist es genau umgekehrt. Unsere permanente Aktivität hat etwas statisches, fixiertes. Sein ist durch und durch dynamisch. Und es ist widersprüchlich. Vielfältig. Undurchschaubar. Mystisch. Das, was ist, umfasst die gesamte Existenz. Je mehr wir lernen, in unser Sein hinein zu entspannen, desto mehr entdecken wir, dass alles, was wir brauchen, bereits da ist.

Das bedeutet nun aber nicht, dass wir keinen Mangel, keine Sehnsucht und keine Schmerzen mehr spüren würden. Wenn wir im Tun verhaftet sind, versuchen wir diese Empfindungen so schnell wie möglich wieder los zu werden. Wir trauen nicht dem, was ist. Wir nehmen sie bestenfalls zum Ausgangspunkt, das herbei zu führen, was nicht ist. Dabei arbeiten wir gegen die intelligente Dynamik des Seins. Denn wenn wir den Mangel, den Schmerz, die Sehnsucht da sein lassen – und das heißt vor allem auch, dass wir bereit sind sie zu spüren – dann kommen wir in Kontakt mit der inneren Quelle, die uns bewegt, die uns die Richtung angibt, die uns handeln lässt. Dieses Handeln richtet sich aber nicht gegen das, was ist, sondern baut darauf auf, lässt sich davon treiben, vertraut letztlich der Intelligenz des Lebens und sieht sich selbst als Teil davon.

Die Kunst des Seins (The Art of Being) ist die Basis für die Lebens- und Liebesschule Schule des Seins. Hier lernen wir, dem, was ist, mit Achtsamkeit und mit allen Sinnen auf die Spur zu kommen. Unsere besonderen Wegweiser sind Lust und Liebe. Menschen die den Kontakt mit ihrem Sein verloren haben, lernen vorzugsweise – wenn überhaupt – durch Schmerz. Das ist aber in der Natur nur „Plan B“. Denn wenn etwas weh tut, dann haben wir meistens schon eine Weile nicht mehr gespürt, worauf wir eigentlich Lust haben und was wir lieben. Je mehr wir uns dem zuwenden, was ist, desto eher graben wir diese inneren Wegweiser Lust und Liebe wieder aus, wir spüren sie in unserem Körper und in unseren Gefühlen. Dabei gilt es innere Barrieren zu überwinden. Meistens sind sie geprägt von Glaubenssätzen wie „Das, was ist, das reicht nicht aus zum Leben!“ oder „Ich muss mich anstrengen, um es zu etwas zu bringen!“ Wenn wir uns davon nicht beirren lassen, dann transformiert sich langsam auch unser Denken, oft die hartnäckigste Bastion unserer Kultur des unverbundenen Tuns. Unser Denken verbindet sich wieder mit der Weisheit unseres Körpers und der Intelligenz und dem Mitgefühl unseres Herzens.
Tantra Figur
Die Grundhaltung der Schule des Seins ist tantrisch, allerdings nicht in dem heute modernen Verständnis von Tantra als einer besonderen Spielart des Sex. Tantra auf Sex zu reduzieren ist ungefähr so treffend wie Tanzen auf Salsa. Tantra hat viel dazu beizutragen, unsere sexuellen Wunden zu heilen und unser sexuelles Potenzial bis hin zu seiner spirituellen Dimension zu erkunden und zu entwickeln. Darauf reduziert verliert Tantra aber jede Magie. Es wird – wie all die andere „Action“ in unserer Kultur – zu einer Methode, um etwas zu erreichen, was vermeintlich nicht da ist.

In unserem Seminaren wenden wir uns konsequent dem zu, was ist. Und wenn wir uns nach etwas anderem sehnen als nach dem, was ist? Dann wenden wir uns der Sehnsucht zu! Die Sehnsucht ist nämlich bereits da, und indem wir ihr unsere Aufmerksamkeit schenken, sie fühlen, sie zum Ausdruck bringen, sie ehren und feiern... führt sie uns ganz natürlich auf den Weg zu ihrer Erfüllung. Je mehr wir uns ihr aber anvertrauen, desto mehr bemerken wir: dieser Weg ist bereits Erfüllung. Dies zu lernen und mit allen unseren Sinnen zu erfahren, es in allen Zellen unseres Körpers pulsieren zu lassen und es in den letzten Windungen unseres Hirn zu verstehen, das ist der Prozess in den Seminaren der Schule des Seins.

Weitere Texte zu unserer Grundhaltung und zu unserem Verständnis von Tantra.

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